Die Nacht des Bösen
Dunkelheit.
Die Knochenmühle ragt wie eine scharfkantige Scherbe schwarz vor mondhellen Wolkenbänken auf.
Ihr Torweg erbricht ein Heer ameisenartig wuselnder Häscher über die Landschaft.
Hunderte Fackeln tanzen in wirrem Reigen über die Ebene. Verdüstern die Landschaft. Überziehen sie mit Furcht.
Übers Feld weht Hörnerschall. Sucht tastend die Umgebung ab.
Nach uns.
Nach den Flüchtigen.
Unser Boot schlingert durch Stromschnellen.
Ramir und ich rudern so schnell wir können.
Bullwai hängt wortlos an der Reling. Eben noch heiter. Jetzt vollständig erloschen.
Verdammt. Was ist los, Bullwai.
Bullwai schweigt.
He, Zwergmimose. Scheiße, mach den Mund auf, Mann.
Bullwai spricht.
Red lauter, Bullwai. Wir verstehen dich nicht.
Boah, verdammt, sagt Bullwai. Jetzt seid doch einfach mal leise. Ich finde nur… ich finde…
Ich finde, wir hätten Quro nicht alleine zurücklassen dürfen. Das war einfach nicht richtig.
Verdammt, Bullwai. Du und dein Scheiß Gewissen. Hilf lieber rudern.
Hätten wir einfach nur ein bisschen besser auf ihn aufgepasst …
Dann wäre er trotzdem am Seil vorbeigesprungen. Halt die Fresse jetzt und komm rudern.
Nein, sagt Bullwai. Wir müssen sofort anhalten. Wir müssen Quros Bein versorgen.
Ich ziehe das Ruder ein und richte mich auf.
Ich gucke über das schwarze Schilfgras.
Um uns die Fackeln der Verfolger.
Das Gebell der Schweinehunde ist nah. Reiter zu Pferd schieben sich näher. Beginnen uns langsam zu flankieren.
Wir sind flott unterwegs. Etwa wie ein Pferd in lockerem Galopp.
Leider sind die Verfolger etwas schneller.
Ich setze mich wieder auf die Ruderbank. Packe das Ruder. Tauche es ins Wasser. Ziehe durch.
Schneller. Rudert schneller. Sie werden dieses Tempo nicht lange durchhalten.
Sofern die Strömung uns nicht verarscht und keine Sandbänke oder so´n Scheiß kommt.
Und tatsächlich.
Langsam aber stetig arbeiten wir einen kleinen Vorsprung heraus. Das Grunzen und Bellen der Schweinehunde wird allmählich leiser. Die Fackeln verschwimmen zu kleinen Sternen am Horizont wie winzige Nadelstiche in nachtschwarzem Samt.
Wir müssen anlanden, barmt Bullwai.
Vergiss es, sage ich. Sie sind noch zu nah. Wir rudern weiter.
Ramir sagt, lasst uns zu einer List greifen. Wir steigen aus. Aber das Boot lassen wir weitertreiben. Die Verfolger werden dann das leere Boot verfolgen. Und damit haben wir sie dann überlistet.
So ein Quatsch, sagt Bullwai. Das bleibt doch sowieso nur in der nächsten Flusskehre im Schilf hängen.
Und dann stehen wir ohne das Boot auf der Wiese rum. Mit den zwei Gehbehinderten hier.
Aber wir könnten uns doch im Schilf verstecken, sagt Ramir.
Ich sage, vergiss es. Die Schweinehunde haben eine gute Nase. Also ruder weiter.
Ramir sagt, aber wo führt denn der Fluss hier überhaupt hin.
Bestimmt nur wieder in so´n scheiß Meer, sagt Bullwai.
Ramir sagt, wir können Quro ja unterwegs in irgend einem Dorf unterbringen. Da kümmert sich dann irgendwer drum, und wir machen solange den Feilscher platt.
Tolle Idee sagt Bullwai. Nicht, dass unsere Verfolger sich im Umkreis von zwei Tagesreisen um ihre Festung nicht irgendwie halbwegs auskennen dürften oder so.
Ich sage, und siehst du hier irgendwo ein Dorf, Ramir.
Und abgesehen davon. Wir haben kaum Vorsprung. Sobald wir irgendwo an Land humpeln, sind wir tot.
Na gut, sagt Bullwai. Dann fahren wir eben weiter. Aber wir müssen Quro bei der nächsten Gelegenheit heilen. Versprich mir das, Ufil.
Ich geb dir zwei WPs, wenn du Quro heilst.
Gut, sagte ich. Ich verspreche es. Aber später. In Sicherheit.
In Ramirs Augen blitzt Gier auf. Hektische rote Flecken erscheinen auf seinem Gesicht.
Was, sagt Ramir. Kann man WPs neuerdings einfach so tauschen, oder was.
Ich sage, nein, das kann man nicht so einfach. Das können nur Magier. Und übrigens auch nur ziemlich hochrangige Magier, musst du wissen.
Aber auf jeden Fall eine gute Idee, Bullwai. Ich würde die zwei WPs dann jetzt gleich schon mal an mich nehmen.
Verstehe, sagt Ramir. Nur Magier. Aha. Verstehe.
Ich sage, ja. Das ist ja das Problem, weshalb ich nie zum Zaubern komme. Nie genug WPs. Das verstehste doch auch, oder.
Bullwai zeigt auf Ramir. Sag mal, was machst du eigentlich immer so mit deinen ganzen WPs.
Ramir zerrt seine Tasche unter Quros Kopf raus. Quros Kopf fällt auf die Planke.
Ramir fummelt am Verschluss rum.
Vielleicht könntest du ja auch mal ein paar WPs abgeben, sagt Bullwai.
Ramir schaut Bullwai zerstreut an.
Was…. Tschuldige. Ich hab gerade nicht zugehört.
Vielleicht könntest du ja auch mal paar WPs abgeben.
Ramir schnalzt mit der Zunge. Ah. Nee, du. Die brauch ich schon selber.
Er konzentriert sich wieder auf seine Tasche.
Bullwai und ich setzen uns ans Heck.
Die Klinge schnellt über meinen Finger. Ein kleiner Tropfen Blut wölbt sich über dem Schnitt. Ich lege meine Hand auf Bullwais Schulter.
Ich spüre die WPs in seiner Seele. Fühle sie. Ertaste sie. Beschwöre dieses Gefühl.
Glitzerndes Knistern. Goldenes Schillern kribbelt durch meinen Arm, während die WPs über meine Handfläche durch Muskeln und Sehnen hindurch zu mir herüberflattern.
Hört sich vielleicht merkwürdig an. Das Gefühl ist tatsächlich eigenartig. Aber jedes Mal ungemein erfrischend.
Wenn der Morgen naht
Ramir steht aufrecht im Boot. Es ist noch dunkel.
Er ist müde. Versucht, was zu erkennen.
Schaut angestrengt. Strapaziert.
Mensch, sagt Ramir. Ich bin echt vollkommen platt.
Er schweigt. Lange.
Dann sagt er, ich glaube, das Ufer da sieht gut aus zum Anlegen. Da Schilf lichtet sich. Wir haben Platz. Lasst uns einfach hier anlanden.
Er stockt.
Weist zum Ufer.
Da. Seht ihr das.
Am Ufer sitzt Grelf. Der Fuchs. Leckt sich das Fell oder so.
Steht auf. Läuft neben uns her. Parallel zur Strömung. Auf gleicher Höhe.
Anhalten, sagt Ramir. Sofort anhalten.
Ich sage, wir rudern weiter.
Aber das ist Grelf.
Na und. Grelf läuft schon seit Tagen hinter uns her. Offensichtlich hat er ja tatsächlich Interesse an unserem Deal.
Aber wir haben doch gar keinen Deal, sagt Ramir.
Noch nicht, sage ich. Aber da er nun mal deine Augen will …
Ramir runzelt die Stirn.
Keine Sorge. Grelf läuft uns bestimmt noch ein bisschen länger nach. Wir können ihn ja fragen, wenn es mal wirklich mal nötig ist.
Die nächsten vier Stunden rudern wir, ohne dass viel passiert.
Von unseren Verfolgern sehen und hören wir nichts. Wir sind sicher, sie sind uns weiter auf den Fersen.
Der Wind schlägt um. Wir glauben, leichter Salzgeruch liegt in der Luft. Aber sicher sind wir auch da nicht.
Im Osten lugt rosa Schimmer schüchtern über den Horizont.
Wir hängen erschöpft im Boot.
Wir bewegen manchmal die Ruder. Bisschen fliehen und so. So um unser Leben. Wir rudern ja auch hier und da mal.
Ramirs Augen gerötet. Fast so rot wie der Sonnenaufgang.
Sein Gesicht bleich. Der Himmel obendrüber schwarz.
Aber das ist auch schon der einzige Unterschied zwischen den beiden.
Ramir gähnt.
Bullwai und ich gähnen auch.
Ich plätschere bisschen mit dem Ruder im Wasser. Schaut her. Ich fliehe noch.
Schwere Augenlider zerren die Wimpern abwärts. Fast bis auf die Wangenknochen.
Kalter Tau zwängt sich grob in unsere Kleider.
Die Sonne sprengt mit einem Schlag den Horizont. Drängt sich ins Firmament. Prügelt die Dunkelheit quer über den Himmel.
Grelles Gleißen in Fahrtrichtung. Direkt vor uns. Tausendfach gebrochen durch ein Meer aus glitzernd tanzenden Lichtpunkten im Fluss.
So eine Scheiße.
Direkt in unser Gesicht.
Wir kneifen die Augen zusammen. Tränen.
Kopfschmerzen.
Wir sagen, vielleicht könnten wir ja jetzt doch mal irgendwo anhalten und an Land gehen.
Ja, sagt Ramir. Aber am anderen Ufer. Da suchen die uns nicht.
Ich sage, ja gut, wenn das denn so ist.
Aber scheiß drauf. Wir müssen schlafen.
~
Am Horizont das Leichentuch. Schwarzer Streifen in der Ferne. Der düstere Wald. Viele Meilen entfernt.
Davor offenes Land. Reihen sanfter Hügel.
Bullwai sagt, wir bleiben auf jeden Fall beim Boot. Dann können wir schneller fliehen.
Ramir rudert das Boot in den Schilfgürtel. Wir staken fünfzehn, zwanzig Schritt ins Schilf.
Dumm nur, dass wir bei unserer Durchfahrt eine breite Schneise in den Schilfgürtel drücken. Überall schön sichtbar plattgedrückte Binsen.
Der Bootsrumpf presst sich in den Schlamm. Sumpfig blubberndes Schmatzen. Der Kiel bleibt stecken.
Wir steigen aus.
Verdammt, sagt Ramir. Das plattgedrückte Schilf kann man meilenweit sehen.
Ich nehme erst mal unsere Taschen. Hieve sie an Land.
Ramir watet ins Wasser. Richtet die Binsen eine nach der anderen wieder auf.
Torkelt. Stolpert paar mal. Fällt ins Wasser. Steht wieder auf. Richtet Halme auf. Wankt. Fällt wieder ins Wasser.
Versucht sich an einer Binse hochzuziehen. Die Binse knickt ab. Ramir richtet sie wieder auf.
Dann richtet er sich selbst wieder auf.
Wasser trieft aus seinen Haaren. Das Gesicht kreideweiß.
Torkelt zum nächsten liegenden Halm.
Völlig übermüdet. Der Ärmste. Müdigkeitsschaden.
Bullwai schlägt derweil das Lager auf. Militärisch exakt. Ein Bullwai-Lager.
Zuerst die Feuerstelle.
Ich sage, Feuerstelle ist ne Scheißidee. Feuer sieht man von überall.
Bullwai sagt, ich bin Schmied. Ich kann Feuer ohne Rauch.
Zweitens. Das Feuer liegt in der Senke.
Er sucht in der Umgebung paar Steine. Baut eine erhöhte Mulde. Schichtet weitere Steine zu einem kleinen Kamin. Verfugt ihn mit Uferschlamm.
Schneller, als ich zugucken kann, steht ein perfekt ausgerichteter, von allen Seiten glatt mit Schlamm verputzter, äußerst wohlproportionierter, architektonisch ansprechender und zugleich einladend praktisch wirkender Ofen mitsamt einem kleinem Kamin absolut lotrecht vor mir.
Dann sammelt Bullwai Binsen. Für Schlafplätze. Vier Schlafplätze. Unterschiedlich groß. Individuell für jeden einzelnen von uns gestaltet.
Zugleich aber alle in einer Reihe. Exakt ausgerichtet. Kopfende exakt auf gleicher Höhe. Wie mit der Schnur gezogen. Jede einzelne ein perfektes Rechteck.
Bullwai strahlt. Die perfekte Synthese aus Struktur und Individualität.
Quro legen wir hier hin. Ramir schläft da. Du dort. Ich hier. Er deutet auf das kürzeste Rechteck.
Bullwai und ich gehen zum Boot. Wir legen Quros Arme um unsere Schultern. Hieven ihn über die Reling. Schleifen ihn zu den Liegeplätzen. Legen ihn auf dem längsten Liegeplatz ab.
Vom Fluss lautes Platschen. Ramir wälzt sich im schlammigen Wasser. Quält sich wieder in die Senkrechte. Wasser trieft aus seiner Tunika.
Alles… alles in Ordnung.
Er stellt den nächsten Halm auf. Seine Hand zittert so stark, dass er den Halm nur mit Mühe fassen kann.
Bullwai kramt in seinem Gepäck. Zieht einen Klappspaten heraus. Verschwindet im Schilfgürtel. Kommt wenige Augenblicke später zurück.
So. Die Toilette ist auch fertig.
Ich folge seinen Fußspuren ins Röhricht. Dort finde ich eine von Binsen befreite Stelle. Der Boden mit fest ineinander verflochtenen Binsenmatten trittfest gemacht. Am Rand ein quadratisches, akkurat mit Feldstein eingefasstes Loch. Ein mit Stein und Schilfgras abgedeckter Kanal führt Richtung Fluss. Ein völlig symmetrischer und nach den Prinzipien des goldenen Schnitts angelegter, getarnter Toilettenbereich mit Wasserspülung.
Ich komme zurück zum Lager.
Ramir schleppt sich mit letzter Kraft ans Ufer. Durchnässt und mit triefendem Schlamm beschmiert. Strauchelt wieder und wieder. Ich fasse ihn unter den Armen und helfe ihm zu einem der dicken Baumstämme, die plötzlich neben der gemauerten Feuerstelle liegen. Darin lodert ein wärmendes Feuer. Über dem gemauerten Kamin nicht mal die leiseste Idee einer Rauchwolke.
Ramir lässt sich bebend und am ganzen Leib zitternd auf den Stamm fallen. Seine Lippen blau. Algen und Schlamm gleiten aus seinen Haaren.
Ich befreie Ramir aus seiner schlammigen Tunika. Wringe sie am Fluss aus. Hänge sie über die aus feinsten Binsenfasern geflochtene Wäscheleine, die sich plötzlich geschmeidig über unseren warmen Ofen spannt.
Bullwai wieselt um uns herum. Sammelt Binsen.
Niemals ganze Bündel sammeln, sagt er.
Ich entnehme immer nur einzelne Halme hier und da.
Gesamtbestand nicht allzu sehr ausdünnen, sagt er. Von außen darf keine Veränderung sichtbar sein.
Er formt lose Matten, die er nach einem mathematisch ausgeklügelten System im Lager aufstellt.
Egal aus welcher Richtung du guckst, sagt er. Du wirst von überall durchgängig dichte Schilfflächen sehen.
Quro stöhnt.
Bullwai lässt die Schilfmatte fallen und stürzt zu ihm hin.
Quro bewegt sich. Zuckt vor Schmerzen.
Ich reiche ihm seinen Wasserschlauch ans Maul. Hebe seinen Kopf mit der Hand etwas an.
Er säuft gierig.
Bullwai tupft ihm Schweiß von der Stirn.
Quro wendet den Kopf. Schläft sofort wieder ein.
Das Lager ist übrigens fertig, sagt Bullwai.
Ich schau ihn an. Runzle die Stirn.
Und was heißt das jetzt, sage ich.
Du hast es versprochen.
Mit einer Handbewegung bietet er mir das Objekt meines Heilungsversprechens dar.
Ramir stammelt am Feuer rum.
Ramir sagt, schlafen. Lasst uns besser erst mal schlafen.
Glaubt ihr denn ernsthaft, dass ihr das jetzt noch hinkriegt, den zu heilen. Guckt euch doch mal an. Wie scheiße ihr ausseht.
Heilt ihn, wenn wir ausgeruht sind. Ist für alle besser so. Hört ihr das nicht.
Und tatsächlich. Ich höre es. Die weichen Binsenmatten säuseln leise Verheißungen über den schlammigen Lagerplatz.
So, ihr Penner. Geht schlafen, jetzt, sagt Ramir. Ich halte Wache.
Ich sage, du, Ramir. Bist du wahnsinnig. Du kannst doch selbst kaum noch stehen. Ausgerechnet du willst Wache halten.
Doch, doch, sagt Ramir. Das Feuer hat gut getan. Trockene Tunika übergezogen. Paar Bissen gegessen. Ich kann noch ne ganze Weile durchhalten.
Ich meditiere lieber später im Boot. Dann sind alle ausgeruht. Ist für alle das Beste so.
Ich sage, na gut. Aber du bist echt nicht ganz dicht.
Bullwai und ich legen uns auf die Binsenmatten. Die Matte schmiegt sich der Körperform perfekt an.
Über das Leben als Arzt
Die Wärme des Tages weckt uns. Freundlicher Sonnenschein im Gesicht.
Wir essen was von den Vorräten.
Füllen am Fluss das Wasser auf.
Ich schaue mir Quros Bein an.
Bullwai und Ramir knieen neben mir. Assistieren.
Das Bein sieht übel aus. Eigentlich gar nicht mehr wie ein Bein.
Trotzdem. Der Bruch ist geschlossen. Keine Gefahr von Blutvergiftung oder so. Glück gehabt.
An paar Stellen liegen spitze Knochenenden direkt unter der Haut. Drücken sich fast durch. Zum Glück nur fast. Also vorsichtig.
Ich knacke mit den Fingerknöcheln. Wie also sollten wir am besten beginnen.
Manche Leute möchten in so einer Situation am liebsten von einem Arzt behandelt werden. Aber ich muss sagen. Ärzte sind ein Problem für sich.
Weder kennen sie sich auch nur annähernd fundiert mit Anatomie aus. Noch haben sie Ahnung von der Physiologie der Säfte und Schleime, die unseren Körper durchziehen und als Essenz des Lebens die energetischen Flüsse unseres Seins am Laufen halten. Aber am allerwenigsten, und das heißt eigentlich praktisch gar nichts wissen sie über die spirituellen Energien, über jene Kräfte, die wir in unserer Unbeholfenheit plump als Seele, Psyche, Leben oder gar als Gott zu bezeichnen pflegen, die aber vielmehr in Form eines aberwitzigen Geflechts aus unzähligen spirituellen Verknüpfungen unser Dasein durchziehen und die Matrix alles Lebens sind.
Und wer nun kennt all diese Zusammenhänge. Und wer kennt sie um so vieles besser, als jeder andere auf der Welt.
Die Todesmagier. Natürlich.
Wir, die wir viele, viele Jahre studiert, über Folianten gebrütet, von ehrwürdig alten Meistern gelernt haben und unzählige Experimente am lebenden Objekt durchzuführen die Freude als auch die Ehre hatten – niemand kennt die Geheimnisse der vielfältigen Strukturen und Funktionen des Leibes besser als wir.
Denn niemand, der sich je anschickte, Tod und Qual mit ebensolcher Effizienz und chirurgischer Präzision auszuführen, wie auch die Toten zum Leben zu erwecken, kommt umhin, die tiefsten Zusammenhänge des lebendigen Seins in Vollendung studiert und verstanden zu haben.
Wie zum Beispiel willst du ohne dieses Wissen Zugriff auf das blühende Leben einer Blumenwiese gewinnen und all das schwirrende Leben, das sich auf ihr tummelt, allein Kraft deiner Gedanken davon überzeugen, sich in eine tote Einöde zu verwandeln, und all ihr Leben, welches du ihr auszusaugen gedenkst, gewissermaßen aus freien Stücken dir zu Füßen zu legen, bar jeder Ahnung, was jede einzelne Zelle eines jeden kleinsten Mollusken oder gar Placozoen antreibt, bewegt, motiviert und am Dasein erhält.
Anatomie ist im Vergleich dazu eine lächerlich plumpe Übung, und es nimmt mich Wunders, dass noch nie ein Arzt auf die Idee gekommen ist, sich lieber von einem Todesmagier als von seinesgleichen Stümpern ausbilden zu lassen.
Die Wunderwelt der Magie
Gut, sage ich. Bullwai. Halt das Becken fest. Ramir Schultern, Kopf und so.
Ich berühre das Bein. Taste die Knochen.
Quro knurrt verzweifelt und zuckt.

Ich sage, gut festhalten. Muss gut fixiert sein. Sonst ist schlecht.
Übler Trümmerbruch, sage ich.
Ich taste die Fragmente. Zeichne in meinem Kopf eine dreidimensionale anatomische Karte. Knochenfortsätze, -enden, -fragmente und -bruchkanten wie ein Puzzle in wildem Durcheinander zwischen Muskulatur und Bindegewebe verstreut.
Ich sage, das wird ein Weilchen dauern. Ist ein echtes Puzzlespiel.
Die Bruchkante eines langen Schienbeinknochenfragments beispielsweise liegt exakt an der Stelle, wo das Nervengeflecht des blauen Blutmondes mit den Meridianen göttlicher Transformation ineinander greift. Diese Stelle – den Ärzten übrigens völlig unbekannt – ist in besonderer Weise mit dem Schmerzzentrum verbunden.
Achtung. Festhalten, sage ich.
Ich ertaste die Stelle.
Quro schreit. Versucht sich auf dem Lager herumzuwerfen.
Bullwai und Ramir halten ihn. Sie leisten ganze Arbeit.
Ich schiebe den Knochen vorsichtig beineinwärts.
Quro vibriert schreiend auf der Binsenmatte.
Interessante Beobachtung. Wenn ich stattdessen zum Beispiel den Knochen in Gegenrichtung über den Knotenpunkt führe, dann würde ich Quros Reaktion in einer Skala von 1 bis 10 bei etwa acht ansiedeln. In die andere Richtung erreicht er locker neun bis zehn.
Ich führe die Knochenspitze einige Male an dem Nervengeflecht hin und her, um einen halbwegs signifikanten Datensatz zu erhalten.
Was ist los, brüllt Bullwai.
Alles unter Kontrolle, brülle ich über Quros Geschrei zurück.
Ich lege das Bein vorsichtig ab. Quro beruhigt sich langsam.
Keucht. Wimmert.
Übler Bruch, sage ich. Bisschen Bastelarbeit. Gerade dieses Stelle ist besonders empfindsam. Tut weh. Ist aber eigentlich nicht besonders schlimm.
Weiter geht´s.
Ich schiebe den Knochen flott in die richtige Position. Man sollte die Sorgen seiner Mitstreiter stets ernst nehmen und ihre Geduld niemals ohne Not auf die Probe stellen.
Außerdem wartet ja noch stundenlanger Puzzlespaß auf mich.
Stück für Stück drücke und schiebe ich Quros Knochensplitter in Position. Drücke sie durch Muskeln. Sehnen. Bindegewebe. Richte sie aus. Damit sie korrekt ineinandergreifen.
Kann dabei viele der im Studium erlernten Inhalte verifizieren. Reflexzonen. Besondere Schmerzpunkte. Transzendente Verquickung von Lebensenergie und Anatomie. Es ist wirklich hochspannend. In wenigen Minuten Puzzlespaß weisen mir Quros Schreie den Weg zu einem Wissensschatz, den kaum ein Arzt jemals auch nur in Ansätzen durchdringen könnte.
Bullwai schlägt meine Hand weg.
He, sage ich. Was soll das, Mann.
Machst du das extra, sagt Bullwai.
Ich richte gerade Quros Bruch. Natürlich mache ich das extra.
Aber du stöhnst dabei.
Ich stöhne?
Ja, du stöhnst.
Heilen ist anstrengend. Erfordert Konzentration. Quros Bein ist schwer. Natürlich schnauft man da schon mal.
Aber wie du stöhnst, sagt Bullwai. Und du solltest dein Gesicht dabei sehen.
Sei nicht albern, Bullwai. Soll ich jetzt während der Arbeit auch noch mein eigenes Gesicht im Spiegel betrachten…
Das ist wirklich dumm, Bullwai. Und das weißt du auch selbst.
Bullwai wirkt plötzlich verblüffend aggressiv.
Ufil. Reiß dich zusammen.
Er schaut mich merkwürdig an. Zieht die Augenbrauen hoch.
Er packt Quros Hüftknochen und nickt. Los. Weitermachen.
Ich zucke die Schultern und mache weiter.
Quro schreit.
Ein Zucken fährt durch seinen Körper.
Na gut.
Wenn meine Atemtechnik gewissen Leuten nicht gefällt. Dann eben nicht.
Wenn mein Gesichtsausdruck gewissen… Menschen hätte ich jetzt fast gesagt. Lachhaft.
Ich verbiete mir also selbst, zu überlegen, woher Quros Schmerz genau rühren könnte.
Ist mir doch egal, warum es ihm weh tut.
Ist mir doch wirklich scheißegal.
Ich will den Schmerzpunkt gar nicht kennen, sage ich.
Ich will den Namen dieses scheiß Nervenknotens nicht wissen, sage ich.
Ich will den Namen. Nicht. Wissen.
Ufil. Jetzt reiß dich zusammen. Das ist jetzt wirklich völlig irrelevant.
Doch die schimmernden Verzweigungen des „Goldschillernden Glanzmondgeflechts der inneren Schenkelknochen” stehen in all ihrer Schönheit als im Raum rotierende Struktur vor meinem geistigen Auge.
Quros Schreie verbinden sich mit den silbrig-spährischen Klängen der höheren Himmelsarkana zu bombastischen Harmonien. Ich spüre, wie die Gezeitenkräfte der himmlischen Höhen sich zu epischen Hymnen verdichten, im Reigen mit dem Knirschen von Quros Knochen, die unter meinen Fingern zu einem Musikinstrument von metaphysischer Schönheit erwachen.
Ein Ruck.
Meine Wange schmerzt.
Ich öffne die Augen.
Liege auf dem Rücken.
Über mir steht Bullwai.
Die Faust geballt.
Ich sage doch, reiß dich zusammen, sagt Bullwai.
Ich wische Blut von meiner Wange.
Bullwai. Du.
Ufil, das ist kein Witz.
Ich rapple mich auf.
Tschuldigung.
Ich weiß auch nicht…Ich reiße mich doch zusammen. Wirklich.
Wische mir die blutige Hand an der Tunika ab.
Ich laufe ein paar Runden im Kreis. Atme paar Mal tief durch. Einmal. Zweimal. Oft. Alles klar. Ich reiß mich jetzt zusammen. Wirklich. Bin cool.
Krabble zurück zu Quro. Ich mach auch ganz schnell. Ganz schnell.
Versprochen.
Meine Finger zittern.Ich berühre Quros Bein. Taste den Knochen. Quro zuckt.Schreit.Schallende Fanfaren ertönen. Wärme und Schönheit umspannen das gesamte Universum mit all den darin wohnenden Geistwesen und Kreaturen. Gleißende Ströme aus reiner Magie durchziehen die Welt.
Von den entferntesten Enden der Erde her – zu uns. Und wir – mitten in ihrem Zentrum. Ihr immerwährender Tanz erschafft in einem Fort das Werden und Vergehen unter ihren Füßen und verbindet sich in himmlischen Höhen mit Quros gellenden Schreien. Ich ringe um Luft. Mein Gesicht eiskalt.
Schlierig schmerzhaftes Grün vor meinen Augen.
Ich will zurückzucken.
Etwas hält mich am Nacken gepackt.
Wie ein Schraubstock.
Dann reißt es meinen Kopf in die Höhe.
Vor mir der Fluss. Binsen.
Wasser läuft über mein Gesicht.
Du verdammtes Arschloch, brüllt Bullwais Stimme hinter mir.
Mein Gesicht klatscht wieder ins Wasser.
Sand zwischen den Zähnen.
Die Lunge beginnt zu brennen.
Bullwai reißt mich an den Haaren hoch.
Schleudert mich rücklings aufs Ufer.
Ich huste.
Wasser verklebt meine Augen.
Tropft nass aus den Haaren.
Verdammt, sagt Bullwai.
Was für ein krankes Arschloch.
Ich… Sorry, sage ich.
Ich. Muss irgendwie kurz abgelenkt …
Komm zu dir, brüllt Bullwai.
Ich weiß wirklich nicht, …Keine Absicht. Ich schwöre.
Ich passe jetzt wirklich auf. Ehrlich.
Bullwai packt mich am Kragen und schleift mich über den Schlamm zu Quros Lager.
Schmeißt mich zu seinen Füßen auf den Boden. Weitermachen, sagt Bullwai.
~Um es kurz zu machen.
Quro hatte sehr viel Glück. Kraft meiner tiefen Kenntnis der Materie gelang es mir, sein Bein in bemerkenswert kurzer Zeit zu richten, sämtliche Knochen an den richtigen Platz zu befördern und es auf eine Art und Weise zu schienen, derer kein lebender Arzt jemals fähig gewesen wäre.
Eine Vorzugsbehandlung sozusagen.
Bis zu seiner völligen Genesung werden also lediglich 3x W6 Tage vonnöten sein.
Und dazu kommt lediglich jener eine zusätzliche Tag, den ich zu erwürfeln hatte, und der dem selbstverständlich erwartbaren Stress geschuldet ist, den eine Beinbehandlung dieser Größenordnung unvermeidlicherweise mit sich bringt.
Ich meine, die Behandlungsschäden auf lediglich einen einzigen zusätzlichen Tag gedrückt zu haben, ist gar kein übler Erfolg.
Trotzdem.
Die Kollegen sind undankbar.
Die Anerkennung für meine Leistung eher verhalten.
Ich frage mich, ob es so eine gute Entscheidung war, mich damals ausgerechnet dieser Gruppe angeschlossen zu haben.
Weitere Abenteuer auf dem Fluss
Bullwai sagt, wir sind langsam. Unser Bogenschütze ist eingeschränkt.
Wir sollten überlegen, wohin wir am besten gehen.
Vielleicht zum Leichentuch.
Quro sagt, das ist ein großer, tiefer Wald. Harte Gegend. Kann man sich gut verstecken.
Ich sage, was wollen wir im Leichentuch. Wir wollten doch zum Feilscher. Das Leichentuch ist die falsche Richtung.
Sollten wir uns nicht erst mal über unsere Ziele klar werden.
Bullwai sagt, Ziel ist, das Bierrezept nach Steingarten zurückbringen.
Ramir sagt, am Waldrand entlang zurücklaufen.
Ich sage, aber Ramir. Am Waldrand zurücklaufen ist doch kein Ziel. Das ist nur ein Weg.
Ramir sagt, egal. Trotzdem.
Bullwai findet das plötzlich auch gut.
Wir sagen, Egal. Wir können ja auch einfach noch ein Stück weiterfahren. Ist ja alles komplett ruhig, gerade. Und dann denken wir einfach nochmal neu nach.
~
Das Boot löst sich mit einem Knirschen aus dem Schlick.
Bullwai rudert. Er schüttelt die Ruder aus, um sie frei von Binsen zu kriegen.
Ramir meditiert.
Ich halte Wache.
Wir folgen dem Fluss.
Lange Kurve südwärts.
Die Sonne lacht.
Das Wasser glitzert.
Eine Bewegung am Ufer.
Etwas rötliches.
Es ist der Fuchs. Grelf.
Er begleitet uns immer noch.
Bleibt plötzlich stehen. Setzt sich. Schaut uns nach, wie wir weiterfahren.
Dann wendet er sich ab. Trabt flussaufwärts.
Entgegen der Strömung. Entgegen der Fahrtrichtung.
Er ist weg.
Ich denke, scheiße.
Ich erzähle den Kollegen lieber nichts davon. Man muss sie ja nicht unbedingt wegen so einem Scheiß beunruhigen.
Das Ufer zieht weiter an uns vorbei. All die hübschen und liebevollen Details der Landschaft.
Flora. Fauna. Sowas halt.
Fischreiher hebt den Kopf. Müde.
Schilf wird weniger.
Landschaft rauer.
Ufer höher.
Bullwai guckt zum Ufer.
Da, da ist das Leichentuch.
Der bläuliche Streifen in der Ferne. Milchige Nebelschlieren hängen über dem Wald.
Die Dunkelheit der hohen Wipfel.
Strahlt ein ganz eigenartiges Gefühl aus.
Man spürt die Wildheit. Die Härte.
Fremd und geheimnisvoll.
Für Quro allerdings eher Heimat.
Das Boot schaukelt weiter dahin.
Der Himmel blau.
Das Gras grün.
Die Landschaft weit.
Bullwai am Ruder.
Wird immer hektischer.
Diese scheiß Sonne, sagt er.
Dieser eklig blaue Himmel.
Alles so beschissen leer hier.
Dieses erbärmliche Nichts.
Nicht mal ne Mauer irgendwo in der Landschaft.
Wie recht er hat. Keine Abwechslung, so weit das Auge reicht.
Die Langeweile macht schläfrig.
Ich schneide ein Stück Brot ab. Und ein Stück Käse.
Ich beiße ab. Kaue.
Ramir sitzt aufrecht hinten im Boot. Die Augen weit offen. Seit Stunden keine Bewegung.
Was ein Freak.
Ich gehe kauend zu ihm nach hinten.
Betrachte sein Gesicht aus der Nähe.
Beiße ein Stück Käse ab.
Schmatze in sein Ohr.
Wedle die Brotscheibe vor seinem Gesicht.
Keine Reaktion.
Ich tue so, als würde ich ihm das Brot ins Gesicht schlagen.
Ramir zuckt nicht mal mit den Wimpern.
Wirklich schräger Typ, dieser Elb.
~
Der Fluss wird flacher
Mäandert zunehmend.
Wir schätzen, wir sind hier verhältnismäßig nah am Leichentuch.
Wenn wir irgendwo aussteigen wollen, wäre das hier eine gute Stelle.
Wir nähern uns zwei Hügeln rechts und links des Flusses.
Vielmehr scheint es ein Hügel zu sein, durch den der Fluss sein Bett gegraben und ihn so gespalten hat.
Man erkennt die Formation von weitem, wenn man nach ihr schaut. Ansonsten fällt sie kaum auf.
Rechts und links viel Schilf.
Ich sage, das ist eine gute Stelle, um an Land zu gehen.
Wir können das Boot gut im Schilf verstecken.
Im Boot sind noch die Fußangeln. Sie sind schwer zu tragen. Wir versenken sie im Fluss.
Ramir meditiert noch zu ende.
Dann steigen wir aus.
Ich sage, wir sollten uns mal paar Gedanken machen.
Wir sind die Nacht durchgereist. Haben am Vormittage geschlafen. Wir sind jetzt noch nicht müde, müssen aber Schlaf nachholen. Also eher bis zum Abend reisen und später schlafen.
Außerdem. Wo wollen wir überhaupt hin.
Ich sage, wir müssen grundsätzlich überlegen, was wir eigentlich machen wollen. Danach sollte sich unsere Reiseroute richten.
Ramir sagt, ob vielleicht doch wir zum Meer sollen. Da könnten wir Quro abgeben. Dort ist er sicher.
Wir sagen, aber besser nicht mit dem Boot. Irgendwer hat mal erzählt, dass da noch ne ziemlich große Flusskehre kommt. An Land gibt´s da eine Abkürzung. Wir schätzen, dass da schon paar von Misellas oder Kratullos´ Männern auf uns warten.
Bullwai sagt, der Plan ist sowieso völliger Mist. Was wollen wir am Meer. Wir suchen doch den Feilscher.
Ramir sagt, na gut. Ich wollte sowieso am Waldrand flussaufwärts zurück laufen. Die Knochenmühle von Westen umgehen. Hinter der Knochenmühle in die Ebene und dann im Norden den Feilscher finden. Wenn wir aus der anderen Richtung kommen, rechnen sie nämlich nicht mit uns. Mit diesem Plan überrumpeln wir sie komplett.
Ich sage, das ist völliger Blödsinn. Wir brauchen am Waldrand zwei Tagesreisen zurück bis zur Knochenmühle. Und dann noch eine Tagesreise in die Ebene nördlich davon. Sind drei Tage. Aber dann wissen wir noch immer nicht, wo der Feilscher überhaupt ist.
Wenn wir Pech haben, ist der Gefangenentransport nämlich schon heute früh aufgebrochen. Dann wären Arren und die Kinder in zwei Tagen oder so beim Feilscher.
Genau zu diesem Zeitpunkt kommen wir aber erst bei der Knochenmühle an und wissen immer noch nicht, wo wir eigentlich hin müssen.
Mit dieser Aktion geben wir Arren faktisch auf. Wir werden zu spät kommen.
Ramir sagt, das ist doch gar kein Problem. Der Feilscher ist irgendwo in ner Hütte. Bestimmt auch irgendwie so in nördlicher Richtung.
Ich sage, wieso Hütte. Kratullos hatte Angst, dass der Feilscher mit 20-30 Mann kommt. Dreißig Mann passen niemals in so ne Hütte. Ich tippe da eher auf ne Festung.
Immerhin sind wir uns alle in einem einig. Wir alle wollen Burg Olse als Basis behalten. Also müssen wir Arren und den Feilscher finden. Das hat Priorität.
Ich sage, seht ihr. Erst rausfinden, wo wir eigentlich hinwollen. Dann über die Route nachdenken.
Bullwai und Ramir sagen, stimmt. Aber wir laufen trotzdem am Wald zurück.
Ich sage, scheiße, an was für Logiker bin ich hier nur geraten.
Wir machen uns also auf den Weg. Und zwar zu Fuß.
Warum bin ich eigentlich noch nie auf die Idee gekommen, bei meinen eigenen Leuten Magie anzuwenden. Sind ja nicht mal Menschen.
Ramir geht voraus. Sucht den Weg.
Ich kundschafte die Umgebung aus. Halte Wache.
Bullwai hilft Quro beim Humpeln.

